Dienstag, 19. August 2008

Mumps oder Masern?

Ich gebs ja zu: Es ist garstig. Aber fußfrei, erste Reihe das Treiben der Purgtstaller ÖVP zu beobachten ist ein Sommer - Theater erster Güte.
Gegeben wird ein Bauernschwank. Hauptdarsteller sind ein designierter Bürgermeister und ein eben nicht designierter Bürgermeister der aber gerne "ins Ruder greift" wenn es seiner Meinung nach nicht passt.
Dass er Recht hattte ins Ruder zu greifen tut dem Spaß keinen Abbruch.
"Eigenmächtige Managertytypen" und "Bauernbund will Macht" ist da zu lesen. Der ÖAAB fühlt sich schlecht informiert und klagt sein Leid der Presse.
Inzwischen sitzt man beim Zeltfest an getrennten Tischen. Der Klubsprecher schaltet schon Mediatoren ein. Nutzt auch nichts. Der Bauernbund schlägt in der NÖN zurück und verteidigt seinen Kandidaten. Auch die schwarze Basis meldet sich per Leserbrief zu Wort und enthüllt wie in der ÖVP Posten vergeben werden.

Dass die Opposition nicht informiert wird, Anträge nicht fristgerecht vorliegen und alles im kleinen Kreis besprochen wird gehört in Purgstall zum schlechten Ton. Dass aber auch die eigenen Mandatare nicht informiert sind und nur als Stimmvieh zur Gemeinderatssitzung erscheinen ist mir auch schon aufgefallen. Das macht die Sache aber nicht besser. Jeder kann sich ausmalen wie mit der Opposition umgegangen wird, wenn schon die eigenen Parteigänger aufschreien.
Der Bürgermeister schweigt. Die beiden Hauptkontrahenten begeben sich auch nicht aus der Deckung.
Der eine hat nicht ganz begriffen, dass er in seiner Fraktion und im Gemeinderat nicht so agieren kann wie in seiner Funktion als Geschäftsführer in der Privatwirtschaft.
Der andere, ein politischer Vollprofi, ist so verliebt in seine politischen Taschenspielertricks, dass er Politik als Spiel begereift das er gewinnen muss..
Das wird eine interessanten Bürgermeisterwahl. Wir haben die Wahl zwischen Mumps und Masern. Für die Bezeichnung "Pest und Cholera" reicht die Bedeutung der beiden Kandidaten nicht aus.
Für mich natürlich ergötzlich, wenn da nicht die Frage wäre: Wer arbeitet eigentlich wenn sich 2/3 des Gemeinderats befetzen?

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