Naked short selling heißen also die Finanztransaktionen, bei denen mit Wertpapieren gehandelt wird die man nicht besitzt. Auf Deutsch heißt das "ungedeckter Leerverkauf.
Da ist der englische Ausdruck sicher treffender. Einem Nackten kann und soll man halt nicht in die Tasche greifen.
Viele Gemeinden in Niederösterreich und dem Burgenland haben Geld verloren weil sie auf sinkende Zinsen gewettet haben. Wetten klingt natürlich unseriös, deswegen nennt man so was in der Bankwelt auch Zins Derivatgeschäft.
Vorbei sind die Zeiten in denen man für dumm angeschaut wurde weil man sein Geld nicht in Aktien angelegt hat.
Wir sollten dringen zu einem Finanzsystem zurückfinden in dem man bei Aktien an Dividenden verdient und nicht an Wetten auf deren Kursverlauf.
Freitag, 31. Oktober 2008
Dienstag, 21. Oktober 2008
Alissa
Am Montag um 15h30 war ich auf dem Weg zum Flughafen, als mich die Redakteurin des Bezirksblatts am Telefon erreichte. Was denn die Grünen zu einer Kandidatur von Toni Erber als Purgstaller Bürgermeister sagen, wollte sie wissen. Ich hab ihr nichts wirklich Interessantes erzählen können. Wir haben keine Präferenzen für einen der beiden Kandidaten. Meine relative Einsilbigkeit hatte auch einen weiteren Grund: Fünf Minuten zuvor hat mir meine Frau Nachricht gegeben, dass unser Hund gestorben ist. 
Alessia von der Zeil, eine Kleine Münsterländerin, vor elf Jahren in Wieselburg geboren musste nach längerer Krankheit von ihrem Leiden erlöst werden. Mit der Hilfe von Tierärztinnen und Medikamenten konnten wir ihr das Leben noch zwei Jahre verlängern.
Alissa, wie sie gerufen wurde, entsprach nicht den vom Zuchtverband vorgegebenen Rassemerkmalen. Sie war aber trotzdem eine Zierde ihrer Rasse und war ein Mitglied unserer Familie.
Ich war anfangs, nicht zuletzt wegen des absehbaren und jetzt eingetretenen Verlusts, gegen die Anschaffung eines Hunds. Aber bald hat mich Alissa mit ihrem Wesen für sich eingenommen. Sie war ein Vorbild an Loyalität und liebevoller Zuwendung.
In diesem Sinne haben wir uns gegenseitig erzogen. Sie hatte ein gutes Leben mit uns und wir mit ihr. Es war Zeit Abschied zu nehmen. Sie wird mir fehlen.
Ciao Alissa!
Alessia von der Zeil, eine Kleine Münsterländerin, vor elf Jahren in Wieselburg geboren musste nach längerer Krankheit von ihrem Leiden erlöst werden. Mit der Hilfe von Tierärztinnen und Medikamenten konnten wir ihr das Leben noch zwei Jahre verlängern.
Alissa, wie sie gerufen wurde, entsprach nicht den vom Zuchtverband vorgegebenen Rassemerkmalen. Sie war aber trotzdem eine Zierde ihrer Rasse und war ein Mitglied unserer Familie.
Ich war anfangs, nicht zuletzt wegen des absehbaren und jetzt eingetretenen Verlusts, gegen die Anschaffung eines Hunds. Aber bald hat mich Alissa mit ihrem Wesen für sich eingenommen. Sie war ein Vorbild an Loyalität und liebevoller Zuwendung.
In diesem Sinne haben wir uns gegenseitig erzogen. Sie hatte ein gutes Leben mit uns und wir mit ihr. Es war Zeit Abschied zu nehmen. Sie wird mir fehlen.
Ciao Alissa!
Samstag, 11. Oktober 2008
1400
Über 1.400 Unterschriften freut sich die Initiative "Pro Wasserkraft" lese ich in der NÖN.
1.400 mal konnten also BürgerInnen davon überzeugt werden, dass das schöne Bildchen im Gemeindeamt die Realität widerspiegelt.
Offenbar glauben viele, das geplante Kraftwerk würde ihnen gratis Strom liefern. Anders ist die Zustimmung zu diesem Projekt, ohne die Situation zu kennen, nicht erklärbar.
Eigenartig finde ich das Argument: "Ich weiß nicht was ihr dagegen habt, man sieht das ganze ja nicht". Ein Argument mit dem man auch unsaubere Unterhosen entschuldigen kann.



Offen ist auch die Frage was denn mit den Unterschriften für einen privaten Kraftwerksbau bezweckt werden soll. Glaubt man per Unterschrift das NÖ Naturschutzgesetz aushebeln zu können, das Eingriffe in einem Naturdenkmal verbietet? Wie? Das geht schon weil der Umweltlandesrat aus der eigenen Partei kommt? Der soll das Gesetz biegen? Genau wegen solcher Begehrlichkeiten wurde die Erlaufschlucht 1972 zum Naturdenkmal erklärt.
Werden wir nächstens eine Unterschriftenaktion erleben, die einem Grundstücksbesitzer die Errichtung eines Hauses im Grünland erlauben will?
Weiters lese ich, in der VP Purgstall sei "Alles wie früher". Das stimmt.
1.400 mal konnten also BürgerInnen davon überzeugt werden, dass das schöne Bildchen im Gemeindeamt die Realität widerspiegelt.
Offenbar glauben viele, das geplante Kraftwerk würde ihnen gratis Strom liefern. Anders ist die Zustimmung zu diesem Projekt, ohne die Situation zu kennen, nicht erklärbar.
Eigenartig finde ich das Argument: "Ich weiß nicht was ihr dagegen habt, man sieht das ganze ja nicht". Ein Argument mit dem man auch unsaubere Unterhosen entschuldigen kann.
Offen ist auch die Frage was denn mit den Unterschriften für einen privaten Kraftwerksbau bezweckt werden soll. Glaubt man per Unterschrift das NÖ Naturschutzgesetz aushebeln zu können, das Eingriffe in einem Naturdenkmal verbietet? Wie? Das geht schon weil der Umweltlandesrat aus der eigenen Partei kommt? Der soll das Gesetz biegen? Genau wegen solcher Begehrlichkeiten wurde die Erlaufschlucht 1972 zum Naturdenkmal erklärt.
Werden wir nächstens eine Unterschriftenaktion erleben, die einem Grundstücksbesitzer die Errichtung eines Hauses im Grünland erlauben will?
Weiters lese ich, in der VP Purgstall sei "Alles wie früher". Das stimmt.
Dienstag, 7. Oktober 2008
Kann es sein?
Neben all dem Klugen, was ich in Analysen über die Lage der Grünen gelesen habe frage ich mich:
Kann es sein, dass die Massen die sich da nach Rechts bewegt haben einfach Menschen sind, die sich als Verlierer in unserer Gesellschaft sehen? Menschen die sich plötzlich in sozialen Verhältnissen wiederfinden in denen sie mit den „Ausländern“, denen sie sich noch vor 15 Jahren wegen ihrer besseren wirtschaftlichen Verhältnisse überlegen fühlen konnten, konkurrieren müssen?
Kann es ein, dass viele Menschen schlicht und einfach Angst haben in die Armut abzurutschen? Kann es sein, dass diese Menschen an den Auswüchsen des Neoliberalismus leiden, und mehr noch, dass ihre Sorgen und Ängste einfach nicht wahrgenommen werden? Kann es sein, dass sie glauben niemand in der Politik würde ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie sich irgendjemanden suchen der Schuld an ihre Situation hat? Vorzugsweise „die da oben“ und „die Ausländer“ mit denen sie sich die Sozialleistungen teilen müssen?
Kann es sein, dass diese Ängste bereits den unteren Mittelstand erreicht haben der mehr und mehr unter Druck gerät?
Kann es sein, dass diese Menschen kein Interesse an Hybridautos und Solarstromanlagen haben weil keine Aussicht besteht sich so etwas leisten zu können? Kann es sein, sein, dass staatliche Datenspitzeleien und Feminismus die Menschen nicht interessiert weil sie nicht wissen wie sie diesen Monat mit ihrem Geld auskommen können?
Hat Brecht mit seinem „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ Recht?
Kann es außerdem sein, dass wir Grünen keine Ahnung haben was da abgeht? (Abgesehen von ein paar im Sozialbereich tätigen.)
Kann es sein, dass wir diesen Menschen unsere Grundwerte um die Ohren schlagen, aber den Grundwert der Solidarität vernachlässigen?
Kann es sein, dass wir solange nicht mehr wachsen werden, wie diese Menschen glauben wir würden ihre Sorgen nicht einmal zur Kenntnis nehmen?
Kann es sein, dass die Massen die sich da nach Rechts bewegt haben einfach Menschen sind, die sich als Verlierer in unserer Gesellschaft sehen? Menschen die sich plötzlich in sozialen Verhältnissen wiederfinden in denen sie mit den „Ausländern“, denen sie sich noch vor 15 Jahren wegen ihrer besseren wirtschaftlichen Verhältnisse überlegen fühlen konnten, konkurrieren müssen?
Kann es ein, dass viele Menschen schlicht und einfach Angst haben in die Armut abzurutschen? Kann es sein, dass diese Menschen an den Auswüchsen des Neoliberalismus leiden, und mehr noch, dass ihre Sorgen und Ängste einfach nicht wahrgenommen werden? Kann es sein, dass sie glauben niemand in der Politik würde ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie sich irgendjemanden suchen der Schuld an ihre Situation hat? Vorzugsweise „die da oben“ und „die Ausländer“ mit denen sie sich die Sozialleistungen teilen müssen?
Kann es sein, dass diese Ängste bereits den unteren Mittelstand erreicht haben der mehr und mehr unter Druck gerät?
Kann es sein, dass diese Menschen kein Interesse an Hybridautos und Solarstromanlagen haben weil keine Aussicht besteht sich so etwas leisten zu können? Kann es sein, sein, dass staatliche Datenspitzeleien und Feminismus die Menschen nicht interessiert weil sie nicht wissen wie sie diesen Monat mit ihrem Geld auskommen können?
Hat Brecht mit seinem „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ Recht?
Kann es außerdem sein, dass wir Grünen keine Ahnung haben was da abgeht? (Abgesehen von ein paar im Sozialbereich tätigen.)
Kann es sein, dass wir diesen Menschen unsere Grundwerte um die Ohren schlagen, aber den Grundwert der Solidarität vernachlässigen?
Kann es sein, dass wir solange nicht mehr wachsen werden, wie diese Menschen glauben wir würden ihre Sorgen nicht einmal zur Kenntnis nehmen?
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