Samstag, 11. Oktober 2008

1400

Über 1.400 Unterschriften freut sich die Initiative "Pro Wasserkraft" lese ich in der NÖN.
1.400 mal konnten also BürgerInnen davon überzeugt werden, dass das schöne Bildchen im Gemeindeamt die Realität widerspiegelt.
Offenbar glauben viele, das geplante Kraftwerk würde ihnen gratis Strom liefern. Anders ist die Zustimmung zu diesem Projekt, ohne die Situation zu kennen, nicht erklärbar.

Eigenartig finde ich das Argument: "Ich weiß nicht was ihr dagegen habt, man sieht das ganze ja nicht". Ein Argument mit dem man auch unsaubere Unterhosen entschuldigen kann.


Offen ist auch die Frage was denn mit den Unterschriften für einen privaten Kraftwerksbau bezweckt werden soll. Glaubt man per Unterschrift das Naturschutzgesetz aushebeln zu können, das Eingriffe in einem Naturdenkmal verbietet? Wie? Das geht schon weil der Umweltlandesrat aus der eigenen Partei kommt? Der soll das Gesetz biegen? Genau wegen solcher Begehrlichkeiten wurde die Erlaufschlucht 1972 zum Naturdenkmal erklärt.
Werden wir nächstens eine Unterschriftenaktion erleben, die einem Grundstücksbesitzer die Errichtung eines Hauses im Grünland erlauben will?

Weiters lese ich, in der VP Purgstall sei "Alles wie früher". Das stimmt.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich stimme ihnen da voll zu,...

Doch Vielleicht,...
Ich kenn mich da nicht so aus,
aber,...
Da es ja Biber (zumindest sah es aus wie ein Biber) in der Erlauf gibt,
eben genau dort bei dieser Wehr,
könnte man da nicht den Hebel ansetzen? Biberschutz und so.

Bekannte warnten mich, bekannt zu machen dass es Biber in der Erlauf gibt, da ja sonnst die Umweltfuzzis ;-) auf den Plan gerufen werden könnten.
LG
LEEEEEELA

Josef Rolek hat gesagt…

Danke für den Hinweis. Werde versuchen das zu recherchieren.
LG
Josef

Anonym hat gesagt…

Abgesehen von der tatsächlich CO2-neutralen Produktion von elektrischen Strom hören sich die Pro-Argumente für ein solches Projekt schon wieder auf.

Contra:

1.)eine weitere Unterbrechung des Flußkontinuums der Erlauf
2.)Fischaufstiegshilfen in vernünftiger Ausführung sind bei einem so schmalen Flußbettquerschnitt meiner Meinung nach nicht möglich (man braucht ausreichend Platz, Ruhezonen für Fische, Strömungsbereiche, Lockströmungen,....)
3.)Fischaufstiegshilfen müssen mit ausreichend Wasser dotiert werden - ansonsten funktionieren sie nich. Das steht den wirtschaftlichen Interessen aber entgegen da jeder Liter über die FAH ein verlorener Liter für die Stromerzeugung ist.
4.)in Österreich sind ohnehin bereits rund 70% der energetisch nutzbaren Fließgewässer mit Wasserkraftwerken verbaut - man sollte sich sehr gut überlegen ob man auch die restlichen 30% verbauen will.
5.)ständig unseren steigenden Energiehunger durch zusätzliche Kraftwerke zu stillen geht am Kern des Problems vorbei - Energieeffiziente Nutzung ist angesagt!!!
6.)Kraftwerke verringern die Fließgeschwindigkeit und verändern somit die Sohlstruktur und damit wiederrum die Lebensbedingungen von Makrozoobenthos bis hin zu Laichhabitaten der dort vorkommenden Fischarten

Ich könnte die Liste jetzt noch beliebig fortsetzen aber das würde wohl den Blog sprengen. Wenn ihr mal ein wenig Expertise braucht - ich bin zwar kein Profi weiß aber glaub´ ich genug um Probleme aufzeigen zu können.

Grüße aus Wien,

Ronald

Anonym hat gesagt…

Mir fehlen ein bißchen die alternativen - energieunabhängiges purgstall wird ohne wasserkraft nicht möglich sein und die grünen sind ja auch "pro wasserkraft" - aber nicht auf kosten der umwelt - na dann - warum kommen da keine konkreten vorschläge?

z.b.: zwei möglichkeiten:

http://www.ecodesign-beispiele.at/data/art/200_3.php

und sogar in lunz im einsatz:

http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1032593

bitte nicht nur nein schrein, sondern umweltfreundliche varianten vorschlagen!