Mittwoch, 21. Januar 2009

Leserbriefe

Ing. Hans Teufl ist geschäftsführender Gemeinderat in Purgstall. Und er ist Initiator einer Unterschriftenaktion namens "Pro Wasserkraft". Ziel dieser Aktion ist es, die Bestrebungen eines Gutsbesitzers in Purgstall in einem Naturdenkmal ein Kleinwasserkraftwerk zu errichten, zu unterstützen.
In seiner Eigenschaft als Initiator schreibt er auch Leserbriefe an die Niederösterreichischen Nachrichten. Der
dort abgedruckte Brief ist einen Kommentar wert:
(Ich gebe hier seinen Text in kursiver, schwarzer Schrift wieder)

LESERBRIEF
Notwendigkeit von alternativen Energien
Leserbrief zum Artikel „Gas Krise: Viele im Bezirk verunsichert““ in der NÖN Erlaftal Bote Woche 3/2009.

Gas-Schock und klirrende Kälte über Europa! Kleinwasserkraftwerk Purgstall als Antwort zur Energiekrise? Die Abhängigkeit von Energie aus dem Ausland
(Gas-Lieferstopp aus Russland) zeigt uns wieder einmal die Notwendigkeit alternative Energiequellen zu forcieren.

So weit, so gut.

Ist das nicht ein schlagendes Argument für das Kleinwasser Kraftwerk in Purgstall?

Ist es nicht, nicht für ein Projekt das in einem Naturdenkmal liegen soll und nicht genehmigungsfähig ist.

Selbstverständlich sind wir alle für Natur- und Umweltschutz, erneuerbare Energie gehört gefördert - so bekennen wir uns alle in der Öffentlichkeit. Vertreter der Energieversorger sowie Bundes- und Landespolitiker sprechen sich klar für die Nutzung der Wasserkraft aus, nur seltsam, bei der Umsetzung von konkreten Projekten wie beim Kleinwasserkraftwerk in Purgstall sieht es schon wieder anders aus.

Ja, alle sprechen sich für Naturschutz aus, für viele ist das aber nur ein Lippenbekenntnis wenn wirtschaftliche oder persönliche Interessen
dem entgegenstehen.

Die Unterschrifteninitiative „Pro Wasserkraft“ brachte eine Zustimmung der Bevölkerung für das Kleinwasserkraftwerk, aber wie gehen die zuständigen Politiker und Beamten damit um?

Die Unterschriftenintiative war nicht zuletzt deswegen ein Erfolg weil die sammelnden ÖVP Funktionäre das Projekt beschönigend dargestellt haben. So meinen einige ernsthaft, dass sie aus dem Kraftwerk gratis oder billigen Strom beziehen könnten. Dass das Projekt eine rein privates Ansinnen ist wurde ihnen offenbar verschwiegen. Vielmehr wurde der Eindruck vermittelt es handle sich um ein Vorhaben der Marktgemeinde.Zu Werbezweckern wurde im Rathaus über Monate hinweg eine absurd geschönte Fotomontage des geplanten Kraftwerks ausgestellt.

Von der SPÖ und den Grünen hört und liest man offiziell nur negative Wortmeldungen.

Auch unsere inoffiziellen Stellungnahmen sahen das Projekt nicht positiv. Neben der Zerstörung eines Naturdenkmals drohen auch Uferabbrüche beim Bau. Wir haben uns mehrmals vor Ort von der Situation überzeugt, Fachleute sprechen schlicht von "Unsinn".

Die Landespolitiker der ÖVP halten sich bedeckt und verstecken sich hinter den Beamten.

Der zuständige Landesrat macht das was er tun soll. Er last seine BeamtInnen arbeiten und respektiert die Rechtslage, obwohl ihm lokale Parteifreunde eine positive Entscheidung abtrotzen wollen.

Meiner Meinung nach wäre jetzt eine Entscheidung auf höchster Ebene in der Landesregierung notwendig, da sich sonst das Entscheidungsverfahren ewig in die Länge zieht. Die Entscheidungsträger sollten sich hier nicht hinter Pseudoargumenten verstecken oder politische Spiele austragen.

Na toll. Hr. Teufl fordert jetzt ein Machtwort des Landesfürsten. Er soll Recht und Gesetz aushebeln und die Interessen des Projektwerbers und dessen Geldgebers stellen. Hier zeigt sich eine Grundeinstellung lokaler ÖVP Politiker. Sie behaupten immer die besseren Grünen zu sein, fallen aber bei der erstbesten Bewährungsprobe um. Außerdem zeigen sie, worum es ihnen geht: Wenn wir wollen, geht alles. Recht und Gesetz stehen dem entgegen? Wurscht, zu was haben wir einen Landeshauptmann der wird es schon biegen! Die Forderung keine politischen Spiele auszutragen kann er nur an sich selber stellen.

Die Unabhängigkeit im Energiebereich ist anzustreben und die überwiegende Mehrheit der befragten Purgstallerinnen und Purgstaller erwarten sich eine positive Entscheidung pro Wasserkraft. Die Hoffnung auf den gesunden Hausverstand
lebt.

Allerdings, die Hoffnung auf den Hausverstand lebt. Wer einen hat und sich kundig gemacht hat, kann das Vorhaben nicht unterstützen. Da hilft auch das gerne gebrachte Argument "Man sieht ja eh
nix davon auch nichts. Mit dem Argument kann man auch unsaubere Unterwäsche entschuldigen.

Ing. Hans Teufi Initiator der Unterschriften initiative „Pro Wasserkraft Purgstall